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(Rechte der dt. Übersetzung bei coralsands,
Übersetzung: Evi Weilbach)
Introduction:
Alle Meerwasseraquarianer sind sich darüber
bewusst, wie störanfällig ihre Aquarien sind. Eine
der üblichen Weisheiten lautet: Katastrophen sind schnell
passiert, Erfolg braucht Zeit und Geduld. Die Botschaft ist
klar: Wenn etwas schief läuft, zeigen sich die daraus
resultierenden Probleme oft recht schnell. Im Bewusstsein
des heiklen Gleichgewichts des künstlichen Ökosystems
tun die Aquarianer alles in ihrer Macht Stehende, damit ihre
schönen und teuren Tiere nicht sterben. Viele Hobbyaquarianer
haben Schutzmechanismen gegen Stromausfall, Ausfälle
des Equipments, Wasserstandsprobleme und chemisches Ungleichgewicht.
Es ist ironisch und bedauernswert, dass diese Sicherheitsmaßnahmen
größtenteils vergeblich sind, weil gerade das Leben
der Tiere, das der Aquarianer zu schützen versucht, durch
den Gebrauch von künstlichem Meerwasser bzw. einer schlechten
Rezeptur aufs Spiel gesetzt wird, weil er sie so vergiftet.
Unter professionellen Meeresbiologen, besonders
diejenigen, die mit wirbellosen Embryonen arbeiten, wurde
der durchschnittliche künstliche Meerwassermix als unzureichender
Ersatz für das perfekte Medium zur Aufzucht von Meerestieren,
nämlich reines Ozeanwasser, angesehen. Dies gilt besonders
für empfindliche Organismen wie Embryos (Strathmann,
1987). Maritime Organismen haben sich in natürlichem
Meerwasser entwickelt und natürliche Selektion hat ihren
Körperbau ganz speziell an dieses Medium angepasst. Viele
dieser Organismen haben Wasser durchlässige Haut und
das Wohlergehen des Tieres hängt direkt von der Lösung,
in der es sich aufhält, ab. Zwar besteht schon eine gewisse
Toleranz gegenüber Abweichungen von der Norm, aber diese
Toleranz ist größtenteils eher gering und innerhalb
der Grenzen natürlicher Schwankungen (Prosser, 1991).
Meerwasser ist nicht einfach nur eine Lösung
von Natriumchlorid und Wasser, sondern ist viel eher eine
komplexe und bisher nur unvollständig erfasste Mischung
von fast jeder Substanz, die auf der Erde vorkommt. Alles,
was flussabwärts gespült wird, findet schließlich
seinen Weg in die Weltmeere und wird darin eingeschlossen
(Pilson, 1998). Das riesige Volumen der Meere sorgt dafür,
dass die Konzentration der meisten Substanzen recht niedrig
ist, etwa im Bereich von 1:1 Milliarde oder sogar noch weniger.
Die Menge 1 Milliardstel ist sehr gering. Um solch eine winzige
Einheit zu verdeutlichen, hilft es, einen Vergleich anzubringen.
Das Verhältnis 1 Unze (ca. 28 Gramm):1 Milliarde Unzen
kann folgendes Beispiel verdeutlichen: Geht man davon aus,
dass ein durchschnittlicher Mensch 150 Pfund (75 kg) wiegt,
so entspricht dem Verhältnis 1:1 Milliarde Unzen, wenn
einer von 416.667 Menschen einen 1 Unze schweren Brief in
der Tasche hat. Und dennoch reagieren Organismen auf Konzentrationen
von Substanzen, die noch weit niedriger sind als 1:1 Milliarde.
(Anm. d. Übersetzerin: ppb = parts per billion entspricht
1:1 Milliarde, ppm = parts per million entspricht 1:1 : Million.)
Auf elementarer zellulärer Ebene hängt
das Leben von einer komplexen Reihe zusammenhängender
chemischer Reaktionen ab. Diese Reaktionen werden von Enzymen
bestimmt und beeinflusst, deren Eigenschaften durch die chemische
Zusammensetzung im Zellinneren bestimmt werden. In Meeresbewohnern
hängt diese interne Zellumgebung direkt vom Meerwasser
ab, das sie umgibt. Zum Beispiel sind Veränderungen des
Salzgehaltes oft direkt verantwortlich für Veränderungen
im Zellstoffwechsel. Dies gilt besonders für Metall-Ionen
im Meerwasser.
Metall-Ionen entstehen durch Lösung
bestimmter Metallsalze im Meerwasser, und sie sind oft sehr
wichtig für das Funktionieren von Enzymen. In angemessenen
Mengen sorgen verschiedene Metall-Ionen dafür, dass die
Enzyme die richtige Form haben und entsprechend funktionieren.
Kommen sie jedoch in ungünstigen Konzentrationen vor,
können die Metall-Ionen in die Enzymstruktur eingreifen
und sie verändern. Diese Veränderungen bereiten
den Organismen meistens große Probleme. Die geringen
Mengen an Kupfer z. B., die normalerweise im Meerwasser vorkommen,
sind absolut notwendig für das korrekte Funktionieren
des für die Atmung mitverantwortlichen Pigments Hämocyanin
bei Gliederfüßern und Weichtieren. Ein leichter
Anstieg der Kupfermenge im Wasser führt jedoch auch zu
einem Anstieg des Kupfergehalts in den Zellen der Organismen.
Dadurch denaturieren wichtige Enzyme, was schließlich
zum Tod der Organismen führt.
Kupfer ist nicht das einzige Metall, dessen
Ionen mit dem Zellstoffwechsel interagieren. Diese Eigenschaft
kennzeichnet besonders diejenigen Metalle, die man als Schwermetalle
bezeichnet, z. B. Kupfer, Quecksilber, Eisen, Blei, Silber,
Zink, Vanadium, Nickel und eine ganze Reihe mehr. Die bloße
Tödlichkeit dieser Materialien gegenüber allen Lebewesen,
einschließlich des Menschen, hat dazu geführt,
dass die Einleitungen dieser Substanzen in Flüsse und
Ozeane reguliert wird. Vor dem Aufkommen vieler organischer
Pestizide waren viele der Pestizide einfach Mischungen verschiedener
Kupfer-, Zink-, Arsen und Quecksilbersalze sowie anderer Spurenelemente.
In natürlichem Meerwasser kommen diese Substanzen normalerweise
in sehr geringen Mengen vor und sind somit harmlos. Erhöht
man die Konzentrationen jedoch nur leicht, töten sie
die Organismen, die im Wasser vorkommen. (Siehe, z. B. Alutoin,
et al., 2001; Breitburg et. al. 1999, Goh and Chou, 1992;
Heyward, 1988; Negri and Heyward, 2001; Reichelt-Brushett
und Harrison, 1999.)
Im Laufe der letzten Jahre habe ich extrem
hohe Konzentrationen von Schwermetallen, die in Aquarien vorkommen,
dokumentiert und darüber gemutmaßt, dass diese
Stoffe für das Sterben oder die Anfälligkeit von
Aquarienorganismen verantwortlich sind (Shimek, 2002 a-e).
Viele Schwermetalle werden den Aquarien kontinuierlich übers
Futter zugesetzt, worauf man ja nicht verzichten kann (Shimek,
2001). Normalerweise bauen die Organismen Schwermetalle ab,
indem sie sie unumkehrbar an Proteine in ihrem Körper
binden. Dies hat zur Folge, dass sich die giftigen Stoffe
im Tier im Laufe seines Lebens ansammeln. Werden solche Organismen
zu Aquarienfutter verarbeitet oder direkt verfüttert,
werden hohe Dosen von Schwermetall ins Aquariensystem eingebracht.
Ingenieure bei der Armee haben den Leitspruch:
die Lösung für Verschmutzung ist die Auflösung
(Verdünnung). Dies gilt auch für natürliche
Riffe; die teilweise Auflösung von Futter und Ausscheidungen
führt zu deren Verteilung und konsequenterweise auch
zur Verringerung der Konzentrationen der potenziell toxischen
Schwermetalle. Im Aquarium hingegen können sich die Stoffe
nicht verdünnen. Zwar entfernen die Filter schon einen
Teil dieser Substanzen, aber dies ist kein sonderlich effizienter
Prozess (Shimek, 2002 e). Insbesondere, wenn man bedenkt,
dass manche dieser Schwermetalle in extrem hohen Konzentrationen
vorkommen.
Dennoch resultieren diese hohen Konzentrationen
oft weder aus der Art der Fütterung oder der sinnlosen
und gefährlichen Zugabe von Zusätzen, in denen dann
Schwermetalle enthalten sind, sondern sind in den Rezepturen
der Salzmischungen enthalten (Atkinson und Bingman, 1999).
Obwohl die potentielle Giftigkeit dieser Rezepturen kommentiert
wurde, gab es keine quantitativen Tests dieser Salzmischungen,
um herauszufinden, ob sie wirklich giftig für die Organismen
sind. Dieser Artikel wird im folgendem von den ersten Tests
dieser Art berichten.
Materialien und Methoden:
Eine Standardmethode, um die Vergiftung
von Wasser zu testen, sind Versuchstiere. Ein einfacher Toxizitätstest
besteht darin, lebende Organismen in das zu testende Wasser
zu setzen und ihre Reaktionen zu notieren. Solche Tests werden
seit Jahrzehnten standardmäßig durchgeführt,
um den Grad der Vergiftung sowohl in Süßwasser
als auch in Salzwasser zu testen. Die Methode, für die
ich mich entschieden habe, ist eine Variante des üblichen
Tests mit Seeigel-Larven. Es gibt weltweit Hunderte von Varianten
dieses Tests, mit Abläufen, die auf das jeweilige Projekt
und auch das Versuchstier zugeschnitten sind. Ich habe den
Test soweit wie möglich vereinfacht, um komplizierte
Laborverfahren zu vermeiden. Dadurch habe ich auf bestimmte
Informationen, die man durch den Test erhalten könnte,
verzichtet. Ich habe mich eher für die Ja/Nein-Herangehensweise
entschieden, indem ich mir folgende Frage stellte:
"Hat das künstlich hergestellte
Salzwasser einen Effekt auf die Anzahl der Larven, nachdem
sie in diesem im Embryonalstadium ausgesetzt waren?"
Um es kurz zu machen, ich platzierte eine
ungefähr gleich große Anzahl von Seeigelembryonen
(in einem frühen Stadium) in Bechergläsern in verschiedene
Arten von Meerwasser. Nach zwei Tagen zählte ich alle
Larven, die sich in den Gläsern entwickelt hatten. Anhand
der Anzahl der Larven, die man in den einzelnen Lösungen
findet, kann man die Unterschiede der jeweiligen Lösungen
beurteilen. Zusätzlich wurde die Anzahl der Larven in
der Testlösung mit dem Vorkommen im natürlichen
Salzwasser verglichen (Negativkontrolle) sowie mit einer Kupferdichlorid,
einem bekannten Gift (Positivkontrolle).
Ich testete folgende Salze: Instant
Ocean (der Firma Aquarium System), Bio-Sea Marinemix
(von Aqua Craft), Crystal Sea Marinemix - Bioassay
Formula (von Marine Enterprises International)
und Coralife (von Energy Savers Unlimited).
Die Produkte Instant Ocean und Coralife wurden
von Foster und Smith gekauft, ein ungeöffnetes Päckchen
Bio-Sea Marine Mix wurde von einem Meerwasseraquarianer zur
Verfügung gestellt. Der Crystal Sea Marinemix - Bioassay
Formula wurde direkt vom Hersteller geliefert. Ich testete
überdies das Aquarienwasser von zwei Hobbyaquarianern,
die mir jeweils eine Gallone davon geschickt haben. Das Wasser
wurde in einem gekauften Kanister, der ursprünglich mit
destilliertem Wasser gefüllt war, gesammelt und verschickt;
das destillierte Wasser war zuvor weggeschüttet worden
und der Kanister mit Wasser aus den Aquarien gefüllt.
Da das Aquarienwasser vor dem Beginn der Testreihe eintraf,
wurde es bis einen Tag vor dem Test eingefroren. Dann wurde
es bei Zimmertemperatur aufgetaut. Beide Hobbyaquarianer benutzen
in ihrem Wasser Instant Ocean. Einer der Aquarianer
verwendet entionisiertes Wasser mit Umkehrosmose, der andere
Trinkwasser. Natürliches Salzwasser wurde von der Firma
Catalina Water erworben (1605 Pier D Street, Long Beach, California
90802).
Einen Tag vor Ankunft der Versuchstiere
setzte ich die zu testenden Salzmischungen an. Alle im Test
verwendeten Behälter wurden mit Säure ausgewaschen
und in destilliertem Wasser gut ausgespült und anschließend
luftgetrocknet. Die Salze wurden bei einem spezifischen Gewicht
von 1,024 sowie einer Temperatur von 23,8 °C (75°F),
um dem natürlichen Meerwasser möglichst weit zu
entsprechen. Diese Messungen wurden mit einem Hydrometer mit
der Referenztemperatur von 15,5°C (60°F) durchgeführt
und angepasst, um die Differenz zwischen der gemessenen und
der Außentemperatur zu kompensieren. Informationen über
die Kalibrierung von Hydrometern finden sie online auf diversen
Internetseiten.
Von jeder zu testenden Lösung fertigte
ich 11 Proben an. 10 davon wurden, sobald der Test gestartet
war, in Ruhe gelassen. Die elfte Probe wurde verwendet, um
daran die Veränderung während des Tests zu studieren,
falls ich es für nötig halten sollte. Jede Probe
bestand aus 150 ml der Testlösung in einem neuen ungebrauchten
Plastikbecher. Während des Tests wurden die Becher mit
Petrischalen aus Plastik abgedeckt, um Verschmutzung und Verdunstung
zu verhindern. Es wurde nicht umgerührt oder Luft zugeführt.
Um die Lösungen zu kennzeichnen, wurden alle Becher markiert
und sie wurden zufällig auf den Tisch in meinem Labor
(Büro) gestellt. Der Test lief bei Zimmertemperatur ab,
welche zwischen 22,2 und 27,7 °C schwankte. Das ist zwar
etwas wärmer als es optimal wäre, aber es liegt
noch im Akzeptanzbereich der Spezies.
Die Versuchtiere waren Arbacia punctulata,
Seeigel, die an der Ostküste der USA vorkommen. Ich kaufte
12 Seeigel vom Gulf Specimen Aquarium and Marine Supply (PO
Box 237, Panacea, FL32346). Diese wurden mir per Luftpost
zugestellt und sofort nach dem Eintreffen verwendet. Ich packte
sie aus, setzte sie in ein kleines Aquarium mit natürlichem
Meerwasser bei Zimmertemperatur. Das Laichen wurde durch eine
Injektion von zwei Millilitern 0,53 M Kaliumchlorid über
die Membrane an der Mundöffnung in die tertiäre
Leibeshöhle hervorgerufen. Die meisten Tiere begannen
sofort mit dem Ablaichen.
Weitere Informationen über Arbacia
punctulata und seine Embryonalentwicklung finden sie unter
folgendem Link: http://database.mbl.edu/Costello/find.taf?function=BB&ID=78
|
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Abb.
1: Männliches Exemplar von Arbacia punctulata
beim Ablaichen. Das Tier ist durch ein Becherglas nach
oben gedreht. Die Genitalporen sind auf der dem Mund
abgewandten Seite, hier zeigen sie nach unten. Ich würde
das Sperma, das sich auf dem Seeigel ansammelt, auswaschen.
Die orangefarbenen Eier eines Weibchens, das gerade
abgelaicht hat, sind in dem Becher auf der linken Seite
zu sehen. Im Hintergrund sieht man Testbecher, die mit
Petrischalen abgedeckt sind.
|
Die Eier wurden eingesammelt, indem ablaichende
Seeigel über Becher mit Seewasser umdreht wurden. Sperma
wurde durch das Abspülen der Seeigel über Meerwasser
mit Hilfe einer Pipette gesammelt. Von den 12 vorbehandelten
Seeigeln waren 8 Männchen, 2 Weibchen und 2 laichten
nicht ab. Nach dem Ablaichen wurden die Eier durch Umrühren
gespült, danach sollten sie sich absetzen und das restliche
Wasser wurde vorsichtig abgegossen. Frisches natürliches
Seewasser wurde hinzugefügt und das Abspülen wurde
drei Mal wiederholt. Die Sperma-Lösungen wurden vermischt,
kräftig umgerührt und eine 1:200 Lösung in
einem neuem Becher gemischt.
Die Eier wurden mit dem Mikroskop untersucht,
um sicherzustellen, dass keine Keimbläschen vorhanden
und die Eier gleichmäßig geformt sind. Die Spermien
wurden auf ihre Mobilität untersucht. Ein Milliliter
der Sperma-Lösung wurde in den Becher mit den Eiern gegeben
und mit einer Pipette gründlich umgerührt. Es wurden
davon Proben genommen und mikroskopisch untersucht, um nachzuprüfen,
ob die Eier befruchtet wurden. War dies der Fall, wurde ungefähr
ein Milliliter der Lösung der befruchteten Eier in jede
der oben erwähnten Wasserproben gegeben. (Mit dem Ergebnis,
dass jede Wasserprobe ca. 50 - 80 befruchtete Seeigeleier
enthielt.)
|
|
|
Abb.
2: Ein Ei von Arbacia punctulata vor der
Befruchtung.
|
Diese Spezies entwickelt sich schnell bei
Temperaturen, wie sie bei dieser Studie herrschten; nach 48
Stunden hatten die Larven ein frühes Pluteus-Stadium
(d. h. 64zellig, also nach 4facher Zellteilung). Dies ist
das Stadium, in dem die Seeigel-Larven das erste Mal gefüttert
werden. Da ich den Test durch die Fütterung nicht verkomplizieren
wollte, endete er in diesem Stadium. Die Proben in den Bechern
wurden unter 4facher Vergrößerung untersucht und
alle Larven in den verschiedenen Entwicklungsstadien wurden
gezählt und dokumentiert. Dies geschah mit allen 10 Proben.
Dann wurden die Lösungen und Larven weggeschüttet.
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|
 |
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Abb.
3: Die Entwicklung vollzieht sich schnell. Das Zweizellstadium
(links) und das Vierzellstadium (Mitte) war schon nach
einer Stunde erreicht. Das sogenannte Prisma-Stadium
(rechts) war einen Tag nach der Befruchtung zu sehen.
In diesem Stadium ist die Larve mobil und schwimmt in
der Kultur herum, die Eingeweide sind jedoch noch nicht
entwickelt und sie kann noch nicht fressen.
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Abb.
4: Algen. Rechts: eine etwas ältere Larve hat
eine einzellige Larve, Chlorella, gefressen. Hier sind
die Eingeweide, die mit den grünen Algenzellen
gefüllt sind, zu sehen.
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Statistische Analyse:
Die Testergebnisse wurden aufgelistet und
eine Eine-Richtungs-Varianzanalyse (ANOVA) wurde durchgeführt.
Varianten dieser Analyse machten einen untergeordneten T-Test
erforderlich, um eventuelle Unterschiede der Durchschnittswerte
der Proben deutlich zu machen. Diese T-Tests bestanden darin,
die Anzahl von Embryonen in jeder Testgruppe (die 4 Salzmischungen
und die zwei Becken der Hobbyaquarianer) mit der Anzahl von
Embryonen, die im natürlichen Meerwasser vorkommen, zu
vergleichen. Alle statistischen Tests wurden mit der Software
Corel Quattro Pro 8 speadsheet package durchgeführt.
Ergebnisse:
Die Anzahl an Larven, die nach 48 Stunden
gefunden wurden, variierte stark (Tabelle 1). Die Proben des
künstlichen Meerwassers, das mit Hilfe von Instant
Ocean hergestellt wurde, enthielt durchschnittlich 4 Larven
pro Probe, während es bei Coralife, im Durchschnitt
7,4 waren. Die Proben des Hobbyaquarianers B enthielten nur
eine geringe Anzahl an Larven - 5,1 pro Behälter. Die
durchschnittliche Anzahl der Larven aus dem natürlichen
Meerwasser, aus Crystal Sea Marinemix - Bioassay
Formula und dem BioSea Marinemix war höher
- zwischen 35,8 und 41,5 Larven pro Probe. In dem natürlichen
Meerwasser, das mit so viel Kupferdichlorid versetzt wurde;
dass die Menge gelösten Kupfers mindestens100 ppb war,
kamen keine Larven vor.
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Tabelle
1: Anzahl der Larven von Arbacia punctulata
(frühes Pluteus-Stadium) nach 48 Stunden. Die
Kupferdichloridlösung wird als Positivkontrolle
eingesetzt, um zu zeigen, dass die Embryonen von einem
chemischen Agens in einer bestimmten Konzentration
getötet werden.
|
Natürliches
Vorkommen Hobbyaquarianer
Kupferdichlorid
|
|
Salzmischung:
|
Meerwasser
|
Instant
Ocean
|
Marinemix
Bioassay
|
Coralife
|
Bio-Sea
Marinemix
|
|
A
|
B
|
Larven
|
Kupfer
Konzentration in ppb
|
|
Replicate
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1
|
54
|
7
|
36
|
13
|
45
|
43
|
13
|
24
|
0.1
|
|
|
2
|
39
|
4
|
28
|
5
|
13
|
25
|
1
|
37
|
1
|
|
|
3
|
21
|
2
|
39
|
10
|
25
|
9
|
2
|
3
|
10
|
= 0.01
ppm
|
|
4
|
23
|
3
|
22
|
0
|
13
|
30
|
10
|
0
|
100
|
= 0.1ppm
|
|
5
|
42
|
8
|
49
|
4
|
32
|
27
|
7
|
0
|
1000
|
= 1.0 ppm
|
|
6
|
41
|
2
|
56
|
0
|
57
|
28
|
5
|
0
|
10000
|
= 10 ppm
|
|
7
|
62
|
5
|
46
|
8
|
49
|
16
|
0
|
0
|
100000
|
= 100 ppm
|
|
8
|
43
|
3
|
50
|
5
|
49
|
30
|
4
|
0
|
1000000
|
= 1.0 ppt
|
|
9
|
17
|
6
|
38
|
13
|
28
|
19
|
6
|
0
|
10000000
|
=10 ppt
|
|
10
|
29
|
0
|
51
|
16
|
47
|
22
|
3
|
0
|
100000000
|
=100 ppt
|
|
Durchschnitt
|
37.10
|
4.00
|
41.50
|
7.40
|
35.80
|
24.90
|
5.10
|
|
|
|
|
Sample
SD
|
14.57
|
2.49
|
10.86
|
5.54
|
15.77
|
9.24
|
4.07
|
|
|
|
Diese Eine-Richtung-Varianzanalyse zeigte,
dass die Wahrscheinlichkeit, dass alle Proben dieselbe Varianz
haben, verschwindend gering ist: P = 9,306 x 10-16 oder grob
geschätzt 1:10.000.000.000.000 (Tabelle 2).
 |
|
Abb.
5: Arbacia-Larve im Pluteus-Stadium in der Kultur
bei kleiner Vergrößerung. Die Larven sind
die weißen pfeilspitzartigen Strukturen.
|
|
Tabelle 2:
Eine-Richtung-Varianzanalyse. Anzahl der Proben: 10
|
|
Summary
Number of Plutei
|
|
Gruppen
|
Summe
|
Durchschnitt
|
Varianz
|
|
|
|
Natürliches Meerwasser
|
371
|
37.1
|
212.322
|
|
|
|
Instant Ocean
|
40
|
4.0
|
6.222
|
|
|
|
Marinemix Bioassay Formula
|
415
|
41.5
|
117.833
|
|
|
|
Coralife
|
74
|
7.4
|
30.711
|
|
|
|
Bio-Sea Marinemix
|
358
|
35.8
|
248.845
|
|
|
|
Hobbyaquarianer A (Instant Ocean u. entionisiertes, umkehrosmotisches
Wasser
|
249
|
24.9
|
85.433
|
|
|
|
Hobbyaquarianer B (Instant Ocean u. Trinkwasser)
|
51
|
5.1
|
16.544
|
|
|
|
Varianzanalyse
|
|
Varianzquelle
|
Summe
der Quadrate
|
df
|
mittl.
quadr.
Abweichung
|
F
|
p-wert
|
Kritischer
Wert
der F-Statistik
|
|
Zwischen den Gruppen
|
36291.485
|
6
|
6048.581
|
27.219
|
9.306x10-16
|
2.246
|
|
Innerhalb der Gruppen
|
14000.000
|
63
|
222.222
|
|
|
|
|
Insgesamt
|
50291.485
|
69
|
|
|
|
|
Die Durchschnittsanzahl der Larven von
jeder Probe wird mit der Anzahl der Larven im Meerwasser verglichen,
unter der Anwendung des T-Tests (Tabelle 3). Es war offensichtlich:
sowohl bei den Proben mit Instant Ocean und Coralife-Salzmischung
als auch beim Wasser des Hobbyaquarianers B betrug die Wahrscheinlichkeit,
dass die Resultate denen des natürlichen Meerwasser entsprachen,
zwischen 0,00003 und 0,00006 (oder 3 - 6:100.000). Umgekehrt
bestand eine 45- und 85%-Chance, dass die Resultate des Crystal
Sea Marinemix Bioassay Formula und Bio-Sea Marinemix
zur selben Gruppe gehören wie das Meerwasser. Im Allgemeinen
legen Biologen fest, dass Proben, die mit einer Wahrscheinlichkeit
von mehr als 5 % voneinander abweichen (oder anders gesagt:
die Proben, deren Wahrscheinlichkeit, dass sie von derselben
Population entnommen wurden, kleiner als 1:20 ist) statistisch
unterschiedlich sind.
Somit war die Durchschnittsanzahl an Larven,
die sich im Wasser mit den Salzmischungen Instant Ocean
und Coralife befanden, untereinander statistisch in
hohem Maß unterschiedlich und viel niedriger als die
Anzahl in den Proben mit Meerwasser. Andererseits war die
Durchschnittsanzahl der Larven in den Proben mit Crystal
Sea Marinemix Bioassay Formula und Bio-Sea Marinemix
nicht signifikant verschieden von denen des Meerwassers.
Die Durchschnittsanzahl von Larven, die
sich in beiden Wassermischungen der Hobbyaquarianer befanden,
weicht stark von der im Meerwasser ab. Dennoch, zumindest
im Fall des Hobbyaquarianers A war die Durchschnittsanzahl
an Larven relativ nahe an der im Meerwasser.
|
Tabelle
3: Die geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der
Larven der Proben aus den Salzmischungen und der aus
Meerwasser aus derselben Population entstammen. Dies
wurde durch den T-Test festgelegt, welcher von ungleichen
Varianzen ausgeht.
|
|
Getestete Proben
|
Wahrscheinlichkeit,
dass die Proben aus derselben Gruppe entstammen wie
die
des natürlichen Meerwassers
|
|
Instant Ocean
|
0.00003
|
|
Coralife
|
0.00006
|
|
Marinemix Bioassay Formula
|
0.45432
|
|
Bio-Sea Marinemix
|
0.85033
|
|
Wasser von Hobbyaquarianer
A
|
0.04099
|
|
Wasser von Hobbyaquarianer
B
|
0.00005
|
Diskussion:
Diese Daten sind eindeutig und verstörend.
Sie zeigen, dass Wasser, das mit den künstlichen Salzmischungen
versetzt wurde, sich weitaus toxischer auf die Entwicklung
der Seeigel-Larven auswirkt - und daraus folgernd auch auf
andere Organismen - als die Salzmischungen, die von anderen
Herstellern verkauft werden. Ich denke es wäre akzeptabler
gewesen, wenn alle Salzmischungen gleich toxisch gewesen wären.
Das hieße, dass es kein Hersteller geschafft hätte,
eine funktionierende Salzmischung zu produzieren, und wenn
dies der Fall wäre, müssten die Hobbyaquarianer
lernen, damit zu leben. Oder sie müssten herausfinden,
welche Arten der in Frage kommenden Meerwasseraquarientiere
toleranter gegenüber solch einer Fehlhaltung wären
und es überleben würden. Doch so stellt sich die
Situation nicht dar. Vielmehr gibt es mit bestimmten Salzmischungen
versetztes Wasser, dessen Auswirkungen viel weniger heftig
sind, und in dem die Überlebensrate der Seeigel-Larven
viel höher ist als bei anderen. Wenigstens haben die
Proben mit geringer Überlebensrate überhaupt
überlebende Larven. Aber im Vergleich mit der Anzahl
der Embryonen, die im Wasser mit anderen Salzmischungen herangewachsen
sind, beträgt die Sterblichkeitsrate der Larven im Wasser,
das mit Instant Ocean versetzt ist, 90 % und mit Coralife
80 %. Die Reaktion seitens der Tiere auf Gifte ist eine biologische
Funktion und, geht man von einer "normalen" statistischen
Verteilung dieser Funktion aus, kann man bei den Larven, die
man im Wasser mit diesen Salzmischungen findet, davon ausgehen,
dass sie die zähesten der zähen Überlebenskünstler
sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Sterblichkeit nicht
nur auf Larven beschränkt ist und in der Meerwasseraquaristik
weit verbreitet sein dürfte. Es gibt keinen Grund, anzunehmen,
dass sich die Meerwasseraquarien positiver auswirken als die
natürliche Umgebung, wo ähnliche Tierversuche und
andere Tests als chemische Analysen das Vorkommen von giftigen
Stoffen gezeigt haben.
 |
|
Abb.
6: Eine zwei Wochen alte Pluteus-Larve von Arbacia
punctulata. Ich hielt einige der Larven in den Mischungen
von Bio-Sea Marinemix und Crystal Sea Marinemix
Bioassay Formula am Leben und fütterte sie
mit Phytoplankton, welcher als grüner Fleck in
der Mitte des Tieres sichtbar ist. Die zusätzlichen
Arme dienen zur Futteraufnahme und Bewegung. In diesem
Stadium ist das Tier ca. 1 mm lang. (Für Vergrößerung
anklicken)
|
Natürlich ist es immer möglich,
dass diese Daten Zufallstreffer sind - zufällige statistische
Ausrutscher in dem sonst wohlgeordneten Universum der Hobbyaquaristik.
Es wäre hilfreich, wenn es einen potentie |